SEO BASICS – Teil 1 | WEBeLINE

SEO BASICS – Teil 1

10.08.2010

Bastian Grimm sieht es eigentlich nahezu täglich: Viele Webseitenbetreiber beschäftigen sich mit extrem fortgeschrittenen Techniken der Suchmaschinenoptimierung, um noch das letzte Quäntchen „raus zu kitzeln“, dabei hapert es zumeist schon an den wirklich grundlegenden Basics. Aus diesem Grunde hat er sich entschieden, noch einmal – in einer mehrteiligen Serie in der WEBeLINE – die so genannten SEO-Hausaufgaben zu beleuchten und eine mögliche „Step-by-Step Vorgehensweise“, unter Berücksichtigung aller relevanten On-Page Elemente, aufzuzeigen.

Stellt man sich den Algorithmus einer Suchmaschine, egal ob nun Google oder auch jeder anderen, einmal wie eine Scorecard vor, so erhielte die jeweilige Website für eine Vielzahl einzelner Kriterien eine gewisse Menge von Punkten. Diese aufsummiert ergäben dann einen Gesamtscore und je größer diese Summe ist – immer mit Bezug auf die Suchanfrage – desto weiter oben findet sich die Seite in den Suchergebnissen wieder. Soweit, so simpel. Ganz so einfach ist es natürlich in der Praxis nicht, denn z.B. Google selbst gibt an, weit über 200 verschiedene Faktoren in den Algorithmus mit einzubeziehen, dennoch zeigt diese stark vereinfachte Variante, dass es nicht ausreicht, an der einen oder anderen Stellschraube zu drehen – das Gesamtpaket muss stimmen. Und das bedeutet, dass z.B. auch jedes einzelne HTML-Element, das womöglich eine Relevanz für Suchmaschinen hat, auch entsprechend optimiert werden muss. Selbstverständlich kommunizieren Google und Co. nicht, ob und wenn ja, welche Relevanz die einzelnen Elemente haben – das wäre ja auch zu einfach! Das Folgende ist somit „SEO Best Practice“ und in vielen Fällen gibt es dazu im Kreise der SEOs auch mehr als nur eine Meinung bzw. Lösung. Sehen Sie es mir also bitte nach, wenn ich immer nur eine Variante vorstelle.
 

Der HTML-Kopfbereich

Syntaktisch korrektes HTML besteht immer aus einem so genannten Kopf- (alles innerhalb des HTML <head>-Tags) sowie einem Inhaltsbereich (alles innerhalb des HTML <body>-Tags). Inhalte im HTML-Head sind für den Besucher der Website grundsätzlich auf der Seite nicht sichtbar, es handelt sich hierbei überwiegend um so genannte Meta Daten, Steuerungsinformationen und um den eigentlichen Titel der Seite.

Der Seitentitel

 

Der Seitentitel – realisiert such das HTML <title>-Tag – ist unumstritten eins der wichtigsten On-Page Optimierungskriterien. Aus diesem Grunde sollte bei der Ausarbeitung des Titels besondere Sorgfalt walten. Nicht nur handelt es sich bei dem Titel um den möglichen ersten Kontakt mit Ihrer Seite in den Suchergebnissen (SERPs), nein, auch für die Suchmaschinen wird hier an wichtigster Stelle definiert, was die Zielbegriffe (aka Keywords) für die jeweilige Seite sind. Daher darf das Tag niemals leer und muss inhaltlich relevant zur Zielseite sein. Außerdem ist es erforderlich, dass jede Seite einen eigenen Titel bekommt („Uniqueness“), um Duplicate Content Probleme zu vermeiden. Und nebenbei gilt es noch, die Längenlimitierungen (max. 65 Zeichen, d.h. in etwa 4 bis 6 Wörter) und auch die Wortreihenfolgen zu beachten: Heißt also in der Praxis, das wichtigste Keyword steht also vorne! Haben Sie das gemeistert, ist es nicht mehr weit hin zum „perfekten“ Seitentitel.
 

Die Meta Description

 

Die so genannte Meta Description ist eine kurze Zusammenfassung des Seiteninhalts / Angebots, darüber hinaus auch der womöglich erste Kontakt mit einem potenziellen Kunden. Sucht dieser nämlich in der Suchmaschine und ihr Ergebnis wird entsprechend gefunden, so wird unterhalb des Titels diese „Description“ angezeigt. Das Element bzw. der Inhalt ist daher enorm wichtig und hat durchaus eine starke Hebelwirkung – gut gemachte und zum Klicken auffordernde Beschreibungen können signifikante Trafficsteigerungen zur Folge haben.
Auch hier gilt es wieder, einige Anforderungen für bestmögliche Resultate zu erfüllen: Wie auch beim Seitentitel, so gilt es auch hier zu beachten, dass der Inhalt relevant zur Zielseite ist, denn wenn der Besucher nach dem Klick auf der Seite nicht findet, was in der Description versprochen wird, ist er oder sie womöglich sofort wieder verschwunden.
Außerdem sollten Sie bei der Textgestaltung selbstverständlich Ihr Keyword platzieren, um nicht auf die Betonung in den SERPs zu verzichten (Keywordübereinstimmungen werden fett geschrieben) und um sicher zu stellen, dass überhaupt eine Anzeige erfolgt. Weiterhin wichtig: Beachten Sie die Längenlimitierung: max. 155 Zeichen – ansonsten wird die Beschreibung, meist sehr unschön, abgeschnitten oder womöglich gar nicht erst angezeigt und durch eine von Google generierte Beschreibung ersetzt.
Gleichermaßen ist es auch erforderlich, dass Sie eine klare Handlungsaufforderung („Call-to-Action“) platzieren, damit der Besucher hier auch tatsächlich unbedingt klicken will! Aber bitte: Das Ganze ist kein Wunschkonzert, einfaches aneinanderreihen von Keywords ist KEINE Meta Description! Schließlich hat ja niemand behauptet, SEO sei keine Arbeit ;)
 

Die Meta Keywords

 

Endlich mal ein einfaches Element: Die Meta Keywords haben keinen Einfluss auf das Ranking mehr, diese werden von den großen Suchmaschinen nicht beachtet! Next…
Das ist Ihnen als Begründung nicht ausreichend? Also, historisch gesehen wurde dieses Element, insbesondere da es eben nicht direkt auf der Seite sichtbar ist, gerne zum Keyword Stuffing (=böse!) benutzt – heisst also, dieses Element las sich bei vielen Seiten wie eine riesige „Wunschliste“ für was denn alles bitte geranked werden soll – so ziemlich jeder hatte da mal „Kredit“ drin stehen, egal ob nun Adult- oder nicht… nun ja, darüber mag man denken, was man will. Suchmaschinen haben aber relativ schnell gemerkt, dass sie sich nicht auf das verlassen dürfen, was dort zu finden ist – und daher wurde das Element dann irgendwann auch vollständig ignoriert.
Was ist also zu tun? Haben Sie die Möglichkeit, dieses Element automatisiert mit zwei bis vier relevanten Begriffen zu befüllen (z.B. Kategorie- und / oder Produktname), so ist das vollkommen in Ordnung – wenn nicht, würde ich nicht empfehlen, hier manuelle Arbeitszeit zu investieren.
Beschäftigen Sie sich lieber mit den anderen Komponenten! Oder Sie schauen sich einmal an, was die Konkurrenz dort so reinschreibt, da finden sich oftmals Begriffe, die evtl. in der eigenen Keyword-Strategie womöglich noch komplett fehlen!
 

Das Meta Robots Tag

Beispiel: <meta name="robots" value="noindex,follow" />

Dieses Meta Tag hat keinen direkten Einfluss auf das Ranking der jeweiligen Seite – ist aber dennoch sehr wichtig: Mit den entsprechenden Anweisungen, kann z.B. gesteuert werden, ob die jeweilige Seite überhaupt im Suchindex der Suchmaschinen angezeigt („index“ vs. „noindex“) und / oder, ob den von dieser Seite ausgehenden Links gefolgt werden darf („follow“ vs. „nofollow“).
Neben den genannten Variationen, die in beliebiger Art und Weise kombiniert werden können, gibt es dann auch noch einige „Sonderfälle“, etwa „noodp“ bzw. „noydir“, die verhindern, dass die entsprechenden Beschreibungen aus dem Google- bzw. Yahoo! Verzeichnis angezeigt werden.
Und zusätzlich dann noch einige Google spezifische Anweisungen, die Sie wirklich nur mit großer Vorsicht nutzen sollten: Etwa „noarchive“ (verhindert die Aufnahme in den Cache) oder auch „unavailable_after“ (entfernt die Seite zum Zeitpunkt X aus dem Suchindex bzw. verhindert die Anzeige).
 

Das Canonical Tag

Beispiel: <link rel="canonical" href="http://domain.de/datei.html" />

Über das im letzten Jahr neu eingeführte Canonical-Tag habe ich in einer früheren Ausgabe schon einmal detailliert berichtet. Im Grunde dient diese Anweisung dazu, insbesondere Duplicate Content Probleme aus dem Weg zu räumen.

Gehen wir also davon aus, eine URL wäre unter http://domain.de/datei.html sowie auch unter http://domain.de/datei.html?PHPSESSID=987654321 zu erreichen und liefert den exakt gleichen Inhalt aus, so würde dies Duplicate Content verursachen und womöglich dafür sorgen, dass die „datei.html“ keine maximal möglichen Rankings erzielt. Würde man jetzt auf der Seite, die mit Session-Id erreichbar ist, das Canonical Tag,wie im Beispiel gezeigt, platzieren, wäre das Problem für die Suchmaschinen erst einmal gelöst. Selbstverständlich sollte dieses Tag nicht als Alibi dazu dienen, jetzt Unmengen an Duplikaten zu erzeugen - aber in machen Situation ist kurzfristig keine anderen Lösung möglich und dann eignet sich das Tag hervorragend.
Und damit hätten wir dann auch schon die wichtigen Elemente im Kopfbereich einer HTML Datei erledigt – im nächsten Teil der SEO Basics Serie geht es dann um den HTML Body-Bereich, auch hier werden wir die relevanten Elemente beleuchten und inhaltlich erklären.
Wer Interesse hat, mit Bastian Grimm in Kontakt zu treten, der findet seine vollständigen Kontaktdaten auf www.bastian-grimm.com

 

Wirklich lobenswert, dass

Wirklich lobenswert, dass sich jemand die Mühe macht, dass alles hier nochmal festzuhalten. Der Abschnitt mit dem Canonical Tag war auch für mich neu und sehr aufschlussreich. Hoffe das in den nächsten Teilen das Thema Social Media Marketing nicht zu kurz kommt.

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